Patenkinder-Projekt 2020/21

Unser Patenkind-Projekt unterstützt bekanntermaßen seit dem Schuljahr 2001/02 verschiedene Sternsinger-Patenkinderprojekte in Afrika, Asien und Südamerika. Diese haben neben akuter Hilfe wegen Hunger, Krankheit oder Naturkatastrophen vor allem den Besuch einer Schule zum Ziel. Seit Beginn des Projekts kamen mittlerweile über 35.000€ Spenden zusammen.

Kurz vor Weihnachten übergab unsere Schülerfirma „Fresh&Fruits Schülerlounge“ für caritative Kinderzwecke jeweils 350 Euro an die Kindernothilfe, die UNICEF und an das Patenkinderprojekt. Eine großartige Unterstützung notleidender Kinder in der Welt!

Zum Kuchenverkauf am 13.Januar 2020 spendeten Schüler und ihre Eltern diesmal über 30 leckere Kuchen oder Muffinsportionen. Als Ergebnis konnten wir eine Rekordeinnahme von 303 € für unsere Patenkinder erzielen.

Wegen der Pandemie waren solche Aktionen nicht mehr möglich und wir sind hauptsächlich auf Geldspenden angewiesen. Schon kleine Beträge summieren sich in einer Schule zu einer effektiven Hilfe.

Es besteht aber die Möglichkeit, eine Spende unter dem „Stichwort „Patenkinderprojekt“ unter Vermerk von Name und Klasse auf das Schulkonto zu überweisen: Gymnasium Veitshöchheim DE54 7905 0000 0043 1537 90.

Wer eine Spendenbescheinigung von den Sternsingern möchte, kann auch direkt nach Aachen überweisen an: Kindermissionswerk 'Die Sternsinger' e.V., Pax-Bank :

IBAN: DE 95 3706 0193 0000 0010 31

Zur Erfassung der Unterstützung bitte mir davon Kenntnis geben: h.riedl@gymnasium-veitshoechheim.de

Habe ich zuletzt vor allem in den Jahresberichten Patenkinder in Kambodscha vorgestellt, erinnere ich diesmal an das Projekt in Port-au-Prince in Haiti , das wir seit 2004/05 unterstützen. Dort geht es um die Rehabilitation und Schulbildung für gehörlose Kinder im Institut Montfort, die einzige derartige Schule im ganzen Land. Rund 300 Kinder werden unterrichtet und bis zum Abitur begleitet. Etwa Hundert davon leben im Internat. Neben der rein schulischen Ausbildung werden auch andere Aktivitäten wie Ferienlager zusammen mit nicht gehörlosen Schülern, verschiedene Sportmöglichkeiten oder Kunstworkshops angeboten. Außerdem war die Weihnachtsfeier für viele Kinder ein unvergesslicher Höhepunkt.

Nicht vergessen aber werden darf, dass Haiti noch immer unter den Folgen des schrecklichen Erdbebens von 2010 leidet. Vor allem für die arme Bevölkerung und viele Kinder hat sich nicht viel seither zum Besseren gewendet. 

Neuerdings fördern wir wieder ein Projekt in Kolumbien, diesmal in der Hauptstadt Bogota. Dorthin flohen viele Familien vom Land aufgrund des Bürgerkriegs. Sie arbeiten nun unter schwierigen Bedingungen und für wenig Lohn meist in den Steinbrüchen außerhalb der Stadt. Viele der Familien leben unter dem Existenzminimum und können ihre Kinder nur schlecht versorgen.

Im Don Bosco Zentrum profitieren knapp 300 Kinder zwischen fünf und vierzehn Jahren von einer Essensausgabe. Die Kinder erhalten eine ausgewogene, warme Mahlzeit. Dadurch können sie sich in der Schule besser konzentrieren und auch ihre körperliche Entwicklung verbessert sich. Das Angebot richtet sich an Kinder aus sehr armen und kinderreichen Familien. Die Mitarbeiter sind zudem Ansprechpartner bei Problemen. Auch wird eine Hausaufgabenbetreuung angeboten.

50 Jahre lang herrschte Bürgerkrieg zwischen der Regierung und verschiedenen revolutionären Kräften.

Auch deshalb leben immer noch fast 40% der kolumbianischen Kinder in Armut. Geschätzt eine Millionen Kinder haben keine Möglichkeit haben, die Schule zu besuchen. Da sind Initiativen wie das Sternsinger-Projekt wichtige Bausteine für eine Entwicklungen zum Besseren.

Die Folgen von Corona für die Kinder der armen Bevölkerung

Partner des Kindermissionswerks berichten von ihrer Sorge, dass viele Kinder nicht mehr in die Schule zurückkehren werden, weil sie in Kinderarbeit oder Frühehen gezwungen werden. Mädchen sind davon besonders betroffen. Kinder aus armen und benachteiligten Familien erleiden die größten Rückschläge, denn sie haben keinen Zugang zu digitalen Lernangeboten. Je länger Kinder und Jugendliche der Schule fernbleiben, umso höher werden die Risiken von Teenager-Schwangerschaften, Kinderarbeit und familiärer Gewalt.

In Kambodscha z.B. wurden alle Schulen erstmals im März 2020 für Monate geschlossen. Anders als in den Universitäten und den teuren Privatschulen haben große Teile der Landjugend und die Jugend der einkommensschwachen Stadtbevölkerung dadurch erhebliche Nachteile im Bereich Bildung. Das liegt nicht bloß an dem Mangel an Geräten, die einen Zugang zu digitalen Inhalten ermöglichen, sondern auch an den Kosten und der Verfügbarkeit von Internet und Fernsehen. Dazu sind hier oft die Lerngruppen mit 30 bis 45 Schüler relativ groß, so dass gemeinsames Lernen mit wenigen Geräten mit entsprechendem Risiko verbunden ist. Der Bildungsmangel ist aber nicht die einzige Folge geschlossener Schulen, die fehlenden Schulmahlzeiten treffen viele Schüler ebenfalls hart.

Da die Krise auch die Wirtschaft erfasst hat und der Wegfall des Tourismus und der Stillstand der Industrie gerade für viele ärmere Familien fatal ist, müssen oft die Kinder mit einfachen Jobs zum Einkommen beitragen. Die Erfahrung zeigt, dass nach dem Ende der Schulschließungen etliche Jugendliche ihre Schullaufbahn vor einem Abschluss abbrechen und weiter ihren Job behalten wollen. „Die Sternsinger“ unterstützen daher verstärkt Bildungs- und Kindesschutzprojekte.

Für alle Spenden ein herzliches Danke!

Helmut Riedl